Warum stimmt meine erste Schätzung meist nicht?

Freelancer neigen dazu, nur Bankguthaben als Vermögen zu zählen und laufende Steuervorauszahlungen zu vergessen. Eine Webentwicklerin mit 15.000 Euro auf dem Konto hat möglicherweise noch 3.800 Euro Einkommensteuer offen, die im nächsten Quartal fällig wird.

Welche Schulden werden häufig übersehen?

  • Ausstehende Umsatzsteuer aus nicht gemeldeten Quartalen
  • Nachzahlungen aus dem letzten Steuerbescheid
  • Zinsen auf Betriebsmittelkredite
  • Ratenzahlungen für Software-Jahreslizenzen

Diese Posten summieren sich schnell auf 2.000 bis 6.000 Euro, ohne dass man es im Alltag bemerkt.

Was zählt als Vermögen, das ich unterschätze?

Betriebliche Altersvorsorge, der Rückkaufswert einer Lebensversicherung oder ein Depot, das man selten anschaut, werden oft nicht eingerechnet. Ein Texter mit einer Rürup-Versicherung hat dort möglicherweise bereits 9.200 Euro angespart.

Wie gehe ich methodisch vor?

Erstelle zwei Listen: eine für alle Vermögenswerte mit aktuellem Marktwert, eine für alle Schulden mit exaktem Restbetrag. Addiere beide Seiten separat, dann ziehe die Schulden ab. Kein Schätzen, nur belegte Zahlen.

Reicht eine einfache Tabelle dafür?

Eine Tabelle mit 4 Spalten genügt: Kategorie, Beschreibung, Betrag, Datum der letzten Aktualisierung. Das dauert beim ersten Mal etwa 45 Minuten, danach je Quartal rund 15 Minuten.